Die ersten Ergebnisse des Gutachtens belegen: Dem Münchner Osten droht der Flaschenhals!

Im Dezember des letzten Jahres beauftragte das S-Bahn-Bündnis Ost ein Gutachten zur Engpassanalyse der Strecke zwischen München-Ost und Markt Schwaben. Nun liegen die ersten Ergebnisse vor. Diese sprechen eine deutliche Sprache: Dem Münchner Osten droht bei der aktuellen Verkehrslage und dem prognostizierten Wachstum ein Verkehrsinfarkt.

Der Personennahverkehr stößt schon heute an seine Belastungsgrenzen. Auch nach Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke bestehen sowohl für den Personennahverkehr als auch für einen wirtschaftlichen Güterverkehr kaum noch Zeitfenster für Entwicklungsperspektiven. Zusätzlich bremsen schon heute die S-Bahnen den Regional- und Fernverkehr aus: Schnellere Trassen wie Regionalzüge müssen aufgrund der Zweigleisigkeit und des Viertelstundentakts verlangsamt werden, um über die vorhandenen Gleise abgewickelt werden zu können.

Weiter belegt die Untersuchung: Die geforderten Zugzahlen stellen nach Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke sehr hohe Anforderungen an einen reibungslosen Betriebsablauf und erhöhen die Störanfälligkeit erheblich – dem Fahrplan fehlen schlichtweg Lücken zur Erholung.

Mit dem erwarteten Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum in den kommenden Jahren kann mit dem aktuellen Stand die Betriebsqualität unmöglich gehalten werden – es droht eine deutliche Verschlechterung. Die Schienenwege zwischen München Ost und Markt Schwaben bieten keine Reserven, um das prognostizierte Wachstum zu bewältigen. Ein Ausbau der Strecke mit Anbindung der Messe München ermöglicht eine Entzerrung der Trassen.

Aufbauend auf diesen Ergebnissen leiten die Gutachter nun in einem nächsten Schritt Entwicklungsperspektiven für die Schieneninfrastruktur im Münchner Osten ab und benennen dazu konkrete Umsetzungsvarianten. Die vollständigen Ergebnisse erwartet das Bündnis im Sommer 2017.

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