Aktuelles

3
Sep

So sind die Bayern unterwegs

Eine neue Mobilitätsstudie des bayerischen Verkehrsministers Hans Reichhart (CSU) gewährt neue Einblicke über die Mobilität und die bevorzugten Verkehrsmittel. Spannende Einblicke gibt dabei vor allem der Unterschied zwischen ländlichen Gebieten und dem städtischen Raum.

Trotz des steigenden Umweltbewusstseins, cleveren Mobilitätskonzepten und dem stetigen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, haben die Forscher herausgefunden, dass gerade in ländlichen Regionen immer noch der Pkw mit großem Abstand das beliebteste Verkehrsmittel ist. So ist es auch nicht verwunderlich, dass trotz Schulbus und Fahrrad nach wie vor jedes dritte Kind mit dem Auto zur Schule gebracht wird. Auch generell hat es sich die Jugend etwas bequemer gemacht und verlässt das Haus seltener als noch vor einigen Jahren. Dem entgegen steht eine steigende Mobilität bei Senioren. Kommunen und Landkreise können die in der Studie erhobenen Daten in Zukunft dazu nutzen, unseren Verkehr effizienter zu gestalten.

Dies ist besonders wichtig, da die Forscher in Bayern ein steigendes Verkehrsaufkommen registrierten und sich dieser Trend noch weiter entwickeln wird. Gerade die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln werde dabei immer beliebter (10 Prozent). Gleiches gilt fürs Fahrrad, das 11 Prozent der Befragten favorisieren. Allerdings ist das Auto immer noch unangefochten auf Platz 1. Ganze 45 Prozent der Nutzer legen dabei ihre Strecken alleine zurück, während hingegen nur 14 Prozent Mitfahrer sind.

Generell stellte das Forscherteam für Bayern eine leicht steigende Verkehrsleistung fest. Obwohl der Anteil der Bürger, die für ihre Wege öffentliche Verkehrsmittel (10 Prozent) oder das Fahrrad (11 Prozent) nutzen, leicht zunimmt, bleibt das Auto (45 Prozent Alleinfahrer, 14 Prozent Mitfahrer) das mit weitem Abstand meistgenutzte Verkehrsmittel. Die Wege, die zu Fuß zurückgelegt werden, sind dagegen leicht gesunken (20 Prozent). Dabei sind aber auch die großen Unterschiede zwischen den Landkreisen zu beobachten. In ländlichen Regionen werden immer noch 70 Prozent der Wege mit dem Pkw zurückgelegt, während in München gerade mal 34 Prozent der Verkehrsteilnehmer mit dem Auto unterwegs sind. Das spiegelt sich auch in den Zahlen der Autobesitzer wider. In den großen Städten haben gerade mal 57 Prozent der Haushalte einen eigenen PKW, während hingegen in den ländlichen Regionen ca. 94 Prozent der Haushalte über ein Auto verfügen.

3
Sep

Über Kosten, Nutzen, Analysen und Menschen

Bayern und Baden-Württemberg setzen derzeit gemeinsam ein infrastrukturelles Großprojekt auf, das künftig knapp eine halbe Million Menschen näher zusammenbringen soll. Unter der Ägide der Verkehrsminister von Bayern und Baden-Württemberg soll „Regio-S-Bahn Donau-Iller“ in Zukunft sechs Landkreise und die Städte Ulm und Memmingen miteinander verbinden.

Starten wird das Projekt Ende 2019 mit einer Kosten-Nutzen-Analyse: Wie viele Pendler werden die Regio-S-Bahn nutzen? Welchen Effekt hätte sie auf den CO2-Ausstoß und die Unfallzahlen auf den Straßen? Sollte sich herausstellen, dass der Nutzen des Projekts deutlich höher ist als die Kosten, rückt eine Förderung vom Bund in greifbare Nähe. Bei einem negativen Ergebnis müsste jedoch wieder komplett neu geplant werden: mit einem kleineren Streckennetz.

Ulms Bürgermeister Gunter Czisch ist zuversichtlich, was das Timing des Projekts angeht: „Wir wollen nächstes Jahr den Antrag stellen.“

Der Geschäftsführer des Vereins Regio-S-Bahn, Oliver Dümmler, ist bei der Terminierung zurückhaltender: „Es wird wohl zwei Jahre dauern, bis die Ergebnisse vorliegen.“ Doch beide sind fest entschlossen, dass sich das bisherige Streckennetz in der Zwischenzeit weiterentwickeln muss.

 

 Die neue S-Bahn kann 500.000 Menschen verbinden

Um dem C02 Ausstoß und dem stetig wachsenden Verkehrsaufkommen richtig zu begegnen, wird die Schiene für beide Bundesländer immer wichtiger. Dass die neue Regio-S-Bahn ein wichtiger infrastruktureller Schritt in der Region wäre, darüber sind sich alle Beteiligten einig.

Daher haben die bayerische und die baden-württembergische Regierung bereits beschlossen, dass sie jeweils ein Sechstel der Kosten für die Nutzen-Kosten-Analyse tragen werden.

Der Rest wird aus den Kassen des Vereins Regio-S-Bahn Donau-Iller, dem die Städte Ulm, Neu-Ulm und Memmingen sowie die Landkreise Unterallgäu, Neu-Ulm, Alb-Donau, Günzburg, Biberach und Heidenheim angehören, finanziert.

Der baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann gab an, dass die Kosten für den Ausbau der Regio-S-Bahn in Baden-Württemberg wohl bei ca. 90 Millionen Euro liegen dürften. In Bayern müsste wahrscheinlich aber deutlich mehr Geld in die Hand genommen werden.

3
Sep

Die zehn Gewinner des deutschen Mobilitätspreis

Von On-Demand-Haltestellen bis zur Straßenbeleuchtung mit WLAN: Die Gewinner-Projekte des Deutschen Mobilitätspreises 2019 stehen fest. Unter dem Motto „Intelligent unterwegs: Menschen Bewegen – Lebensräume verbinden“ hatten sich rund 270 Unternehmen, Startups, Forschungseinrichtungen und Vereine um die Auszeichnung beworben, die zum vierten Mal vergeben wird.

Eine Expertenjury aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik hat die zehn besten Projekte ausgewählt. Prämiert werden sie im November im Rahmen einer feierlichen Übergabe.

Wir stellen Ihnen die Gewinner vor: „munevo Drive“, mit Sitz in Nürnberg, wurde für seine innovative Rollstuhlsteuerung durch Smart Glass ausgezeichnet. Die Rollstühle werden durch einfache Kopfbewegungen manövriert, die von im Glas verbauten Sensoren erkannt und übersetzt werden. „Durch den Einsatz smarter Technologien unterstützen wir Menschen mit Behinderung, selbstständiger zu leben“, sagt CEO Konstantin Madaus.

Das „New Urban Mobility Concept“, hat mit seinem Schaeffler-Paravan Mover neue Maßstäbe der vernetzten und gleichzeitig autonomen Mobilitätslösung entwickelt. Die in Herzogenaurach beheimatete Firma hat ein rein elektronisches Fahrzeug konzipiert, das flexibel gestaltet werden kann und so für diverse Anforderungen bestens geeignet ist. Der Schaeffler-Paravan Mover kann etwa zu einem Taxi bis hin zu einem selbstfahrenden Lieferfahrzeug umgebaut und eingesetzt werden.

Weitere Innovationen und Mobilitätskonzepte:

  • Die neue Plattform der BVG, genannt „Jelbi“, die verschiedenste Mobilitätsmöglichkeiten in einer App bündelt und somit die urbane Fortbewegung vereinfacht.
  • Das Hamburger Unternehmen „ioki“, das das öffentliche Verkehrsnetz durch „Haltestellen auf Abruf“ ergänzt und Personen per Shuttle durch die Stadt schickt.
  • Der „DB Medibus“ der DB Regio AG fährt als mobile Arztpraxis durch Deutschlands ländliche Regionen, um dem Ärztemangel fern der Metropolen entgegenzuwirken.
  • Für Menschen, die durch einen Unfall oder Krankheit ihr Bein verloren haben, hat die Firma „C-Brace Orthesensystem“ computergesteuerte Beinorthesen entwickelt, mit denen die Einschränkungen der Patienten fast vollständig behoben werden können.
  • Mit einer Barrierelösung konnte das auch das Verkehrswissenschaftliche Institut Stuttgart (VWI) trumpfen. Mit der App „Sinn² – Die barrierefreie Zwei-Sinne-Fahrgastinformation“ ermöglichen die Preisträger auch sehbehinderten Menschen die selbständige Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr.
  • Für eine weitere Vereinfachung des öffentlichen Nahverkehrs sorgt die Verkehrsgesellschaft Minden-Herforder aus Bad Qeynhausen in NRW. Mit dem „EiTicket“ ist zum Jahres-Abo auch die Ganzjahresmiete eines Pedelecs möglich.
  • Damit Elektrofahrzeugen nicht der Strom ausgeht, hat sich die „Smart Pole Factory“ der innogy SE aus Nordrhein-Westfalen eine intelligente Straßenbeleuchtung ausgedacht. Diese beherbergt einen e-Mobility-Ladepunkt und ist darüber hinaus mit W-Lan ausgestattet.
  • Gerade durch starken Zuzug in Städte und Metropolen wird die intelligente Verknüpfung von Wohnen und Mobilität immer wichtiger. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt realisierte mit der „Lincoln Siedlung“ ein Modellquartier für nachhaltige Mobilitäts- und Siedlungsentwicklung, das auf ein nachhaltiges Mobilitätskonzept setzt und neben Car-Sharing, E-Car-Pooling und Bike-Sharing unter anderem auch E-Lastenräder und attraktive ÖPNV Angebote anbietet.
28
Mai

Interview: 5 Fragen an Maximilian Böltl, erster Bürgermeister von Kirchheim bei München

„Die S-Bahn im Münchner Osten kann so viel mehr“

Als erster Bürgermeister von Kirchheim bei München und Sprecher des S-Bahn Bündnis Ost haben Sie besondere und tiefe Einblicke in dieses Projekt. Zeigen Sie unseren Lesern doch nochmal auf, welche Vorteile dieser Ausbau für die Stadt München und die gesamten Gemeinden im Münchner Osten hat.

Maximilian Böltl: Bleibt die S-Bahnstrecke zwischen München Ost und Markt Schwaben weiterhin zweispurig und die Messe München wie bisher nur per Auto und U-Bahn angebunden, gibt’s bald einen Verkehrskollaps. Und damit dauerhaft Stau, Gedränge, Warterei und Ärger bei allen Bewohnern und Besuchern. Heute schon sind S-Bahnen, Straßen und die U-Bahn rappelvoll – und das nicht nur zu Messezeiten. Da sind Kapazitäten einfach am Ende. Gleichzeitig ist der Ballungsraum München so attraktiv, dass immer mehr Betriebe kommen – und mit ihnen weitere Bewohner.

Mit diesem Wachstum muss die Verkehrsinfrastruktur Schritt halten. Wir Verantwortlichen im Münchner Osten – Landräte, Bürgermeister, die Messe München, die Handwerkskammer und die IHK – werben daher seit 2015 nachdrücklich für den vierspurigen Ausbau der S-Bahnstrecke zwischen München Ost und Markt Schwaben und die Anbindung der Messe München an die S-Bahn. Dies wird dem Münchner Osten und der Metropolregion großen Nutzen stiften. So wird die S2 dann im 15-Minuten-Takt fahren, wir nutzen die Verstärkung der zweiten Stammstrecke auch im Münchner Osten, und ausländische Besucher brauchen vom Flughafen zur Messe nur noch einmal umsteigen. So verteilen sich die Menschen auf deutlich mehr S-Bahnzüge.

 

Den Grundgedanken für diesen Ausbau und die Erhöhung der S-Bahn Taktfrequenz auf zehn Minuten gibt es schon seit den 1990er Jahren. 2015 wurde das Bündnis zum Ausbau ins Leben gerufen. Nun schreiben wir das Jahr 2019. Wie nah sind Sie Ihrem Ziel?

Maximilian Böltl: Wer Bahnstrecken erweitern will, braucht langen Atem. Den haben wir im S-Bahn Bündnis Ost. Beim Ausbau der S-Bahnstrecke zwischen München Ost und Markt Schwaben brauchen wir den Bund und die Deutsche Bahn – denn dieser Abschnitt ist essentiell für den transeuropäischen Eisenbahnverkehr auf der Magistrale Paris – München – Wien – Budapest. Der vierspurige Ausbau der S-Bahnstrecke zwischen München Ost und Markt Schwaben und die Anbindung an die Messe München gehören daher als Teil des Bahnknoten München in den Bundesverkehrswegeplan 2030. Darüber habe ich 2016 persönlich mit dem damaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in Berlin gesprochen – unser Anliegen wird in der Hauptstadt gehört. Außerdem haben wir ein Gutachten über diesen Bahnengpass in Auftrag gegeben, um unsere Argumente empirisch noch weiter zu stärken. Zudem unterstützen uns überparteilich Kreistage, Landtags- und Bundestags-Abgeordnete, Unternehmer, Verbände, Bürgerinnen und Bürger sowie Organisationen wie Green City. Mit dieser Power werden wir unser Anliegen weiter mit starker Stimme vortragen.

 

Bei so einem wichtigen und großen Projekt muss viel zur Realisierung passieren. Was war bis dato die größte Herausforderung und wie wurde sie gemeistert?

Maximilian Böltl: Der vierspurige Ausbau der S-Bahnstrecke zwischen München Ost und Markt Schwaben und die Anbindung der Messe München an die S-Bahn ist ein Langstreckenlauf – in der Argumentation, in der Einbindung der Unterstützer, in Planung und Realisierung. Bahnprojekte wie die Neufahrner Kurve, die im Dezember 2018 nach vielen Jahren der Diskussion und Vorbereitung eröffnet wurde, zeigen das. Bei einem Langstreckenlauf brauchen wir vor allem Kondition – und, um im Bild zu bleiben, jede Steigung bietet uns die Chance; zu zeigen, wie fit wir sind. Wir haben in der Argumentation und in der Einbindung der Unterstützer schon viel gemeistert. Und wir werden dranbleiben. Die Vorfreude auf den ersten Spatenstich steigt.

 

Was ist Ihre Vision für den Münchner Osten?

Maximilian Böltl: Im Münchner Osten ist Lebensqualität zuhause. Und dazu tragen ganz viele bei. Die Menschen, die hier wohnen, die Unternehmen, die hier wirtschaften, die Messebesucher und -aussteller, die hier neue Märkte prägen, die Erzieher, Lehrer, Krankenschwestern, Pfleger, Ärzte und viele weitere, die täglich für uns und unsere Kinder da sind. Dazu die Musiker, Sportler, Künstler und die vielen Ehrenamtlichen in den Vereinen und Initiativen. Wir alle gestalten den Münchner Osten. Ein lebendiges Miteinander, viel Begegnung, Austausch und Die-Dinge-Voranbringen. Meine Vision ist, dass dieser quicklebendige Münchner Osten in der Balance all dieser Elemente stark ist und bleibt. Die Anbindung durch die S-Bahn ist dazu ein ganz wesentliches Element. Denn die S-Bahn im Münchner Osten kann so viel mehr.“

 

Zum Schluss erlauben Sie mir eine persönliche Frage. Erzählen Sie mir von Ihrem Highlight mit der S-Bahn München?

Maximilian Böltl: Klar, als ich Student war und in München gearbeitet habe, bin ich noch häufiger S-Bahn gefahren als heute. Dabei habe ich die S-Bahn immer wieder als einen besonders sozialen Ort erlebt – wenn zum Beispiel jemand einer Mutter beim Tragen des Kinderwagens hilft, ein Jugendlicher einer älteren Frau den Platz anbietet oder bei strömendem Regen am Bahnsteig mehrere unter einen großen Schirm schlüpfen. Einfach schön. Und oft habe ich Bekannte im Zug getroffen. Auch dieses aktive Miteinander wird durch den vierspurigen Ausbau der S-Bahnstrecke zwischen München Ost und Markt Schwaben noch einmal gestärkt. Denn wenn die Züge alle zehn Minuten kommen und nicht immer rappelvoll sind, steigt auch die Laune. Wir freuen uns drauf …

 

23
Mai

„Partnerschaft von Schiene & Luft“

Vom Gleis auf die Startbahn

Seitdem die „Neufahrner Kurve“ im Dezember in Betrieb gegangen ist, verbindet der neue Flughafenexpress Regensburg, Landshut, Moosburg, Freising mit dem Flughafen München. Mit dieser Verbindung zwischen der S-Bahnstrecke München-Flughafen und der Bahnstrecke München-Regensburg, können die Fahrgäste nun stündlich einfach und bequem zum Flughafen gelangen.

Um die Direktverbindungen auch nach Erding, Mühldorf und Salzburg anzubieten, sollen nun auch die Gleise im Ost-Teils des Airports ausgebaut werden.

Der Flughafen München wächst somit noch näher an Bayerns Bewohner und Städte.

17
Mai

„Der Münchner Osten dreht sich weiter“

 

Im Werksviertel München herrscht eine außergewöhnliche Stimmung. Zwischen Gruben und Kränen und den bereits eröffneten Läden, Lokalen, Event-Hallen und Büro-Konzepten brodeln Kreativität und Unternehmergeist. Aber nicht nur das: Seit dem14. April dreht sich im Münchner Osten das „Hi-Sky“. Mit seinen 78 Metern Höhe soll das Riesenrad das neue Wahrzeichen von München werden.

Als „größtes transportables Riesenrad der Welt“ steht es bereits im Guinness-Buch der Rekorde. Natürlich soll das spektakuläre Rad ein Magnet für Groß und Klein aus nah und fern sein.

Werner Eckhardt, Geschäftsführer der Otto Eckart GmbH & Co OTEC KG, sprach sich bei einer Veranstaltung auf dem „Hi-Sky“ daher positiv für das S-Bahn Bündnis Ost aus: „ Uns freut es, dass uns viele Messe Besucher besuchen. Für uns wäre es daher ein großer Wunsch, dass wir ein direkte S-Bahn Verbindung zur Messe München bekommen.“

Und ein Besuch lohnt sich wirklich: Während der 30 minütigen Fahrt hat man einen spektakulären Blick über München, kann die Schafe auf dem Dach des Werk3 bestaunen und bei schönen Wetter blicken Sie bis zu den Alpen.

30
Apr

365-Euro-Ticket und weitere Maßnahmen

Der öffentliche Nahverkehr soll in ganz Bayern und besonders im Großraum München noch besser werden – so das Ergebnis des heutigen Verkehrsgipfels in der Münchner Staatskanzlei. Ministerpräsident Markus Söder kündigte die baldige Einführung eines Tickets für Schüler und Auszubildende an, das sogenannte 365-Euro-Ticket.

Beim Verkehrsgipfel in der Staatskanzlei hatte Markus Söder mit Vertretern von Verbänden und Kommunen über die Zukunft des Nahverkehrs im Freistaat gesprochen. Ziel ist es, das Angebot im Großraum München zu verbessern. Mehr Verlässlichkeit, neue Linien und eine effizientere Kostenstruktur: Der Großraum München stand besonders im Fokus – da die Landeshauptstadt besonders mit der Verkehrsbelastung zu kämpfen hat.

Der Freistaat will sich demnach an einer Verbesserung des Angebots finanziell stark beteiligen. Söder sprach konkret von Ringbussen, neuen U-Bahnen und dem S-Bahnring rund um München. Auch eine engere Taktung sowie eine Verbesserung des Angebots auf dem Land sind in Planung – nicht zuletzt.

Wann wird das 365-Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende eingeführt?

Für viele Schüler und Auszubildende in Bayern soll es möglichst schon ab Herbst dieses Angebot geben. Spätestens im nächsten Jahr solle es aber definitiv soweit sein. Verkehrsminister Reichhart will darüber mit den Verkehrsverbünden sprechen. Söder kündigte an, der Freistaat werde zwei Drittel der Kosten tragen.

Im Gespräch war auch, ein 365-Euro-Jahrestickets für Erwachsene. Söder`s Ziel sei, bis zum Jahr 2030 derartige 365-Euro-Tickets oder „vergleichbare Modelle“ einzuführen. Auch kurzfristig tut sich schon einiges im Münchner Nahverkehr. Ab Dezember 2019 tritt die MVV-Tarifreform in Kraft, dazu sind in München außerdem zwei neue Buslinien in Betrieb gegangen.

Oberbürgermeister Dieter Reiter hat sich nach dem Verkehrsgipfel zu den dort getätigten Aussagen geäußert. Seine Priorität liegt klar beim weiteren Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs, moderner Infrastruktur, sowie einer möglichst dichten Taktung und neuen Strecken. Das System soll in erster Linie leistungsfähig, pünktlich und zuverlässig sein. Damit das Pendeln für Hunderttausende möglichst attraktiv gestaltet wird. Die Verkehrswende soll eine umweltbewusste und nachhaltige Mobilität schaffen. Denn es geht vor allem darum, das System für die Hunderttausend Pendlerinnen und Pendler möglichst attraktiv zu gestalten, wenn wir die Verkehrswende hin zu einer umweltbewussten und nachhaltigen Mobilität schaffen wollen.

30
Apr

Sauberere S-Bahnen mithilfe des Smartphones

Um gegen Verschmutzung und Mängel in Münchens S-Bahnen vorzugehen, hat die Deutsche Bahn einen neuen Service gestartet, der auf die Mithilfe der Fahrgäste setzt. Denn nun besteht die Möglichkeit Verschmutzungen und Mängel per App zu melden.

So haben die Service-Teams der Deutschen Bahn die Möglichkeit Verschmutzungen und Schäden viel schneller zu lokalisieren und zu beseitigen.

Das Prinzip ist dabei ganz einfach:

Wer in der Bahn einen Schaden oder grobe Verschmutzungen bemerkt, schreibt einfach ganz schnell eine Whatsappnachricht an die 0157 923 974 31 mit der Wagennummer und einem Foto, an die S-Bahn München. Die Wagennummern sind immer in der Nähe des Wagenübergangs sowie an der Rückseite des Führerstands im vorderen und hinteren Teil des Zuges zu finden.

Wer möchte kann sich dann benachrichtigen lassen, sobald die Verschmutzung behoben wurde. Zusätzlich haben die Fahrgäste die Möglichkeit die Sauberkeit im Zug mit Schulnoten zu bewerben.

Mittlerweile gibt es diese Art der „Reinigungsbestellung“ auf über 200 Bahnhöfen in ganz Deutschland.

30
Apr

Das Bündnis voll in fahrt

Ziel: Ausbau der Bahnstrecke München-Ost – Markt Schwaben mit direkter Anbindung der Messe München an den Flughafen

Schon jetzt stößt die S-Bahnstrecke S 2 von München nach Erding an ihre Belastungsgrenze. Noch mehr Fahrgäste erfordern eine leistungsfähige, bedarfsgerechte und damit attraktive S-Bahn.

Der Streckenausbau gewährleistet, darüber hinaus auch eine direkte Anbindung von der Messe München an den Flughafen.

In der Initiative zum Ausbau engagieren sich die Landkreise Ebersberg, Erding und München, die Gemeinden entlang der S-Bahnlinie S 2-Ost, die Handwerkskammer für München und Oberbayern, die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern sowie die Messe München GmbH.

Die Handwerkskammer erklärt Unterstützung

Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern Dr. Frank Hüpers unterstützt das S-Bahn-Bündnis Ost, weil der viergleisige Ausbau der S-Bahn zu einem attraktiven öffentlichen Personennahverkehr beiträgt und so dem Verkehrsinfarkt aufgrund des hohen Zuzugs in die Region entgegenwirkt. Außerdem begrüßt er das Ziel, die Messe München und damit unsere Handwerksmessen auch an die S-Bahn anzubinden.

Die wesentlichen Forderungen des Bündnisses

  • Die Messe München bekommt einen eigenen S-Bahnhof und wird an die S-Bahnlinie zur Direktanbindung an den Flughafen angeschlossen.
  • Die Umsetzung des viergleisigen Ausbaus der Bahnstrecke zwischen Riem und Markt Schwaben sollen unverzüglich angestoßen werden.
  • Darüber hinaus sind alle fahrplan- und signaltechnischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um das Fahrplanangebot auf der Bahnstrecke zwischen Riem und Markt Schwaben zu verdichten und netzergänzende Maßnahmen zur Taktverdichtung in Angriff zu nehmen.
  •  Die Bahnhöfe werden barrierefrei auszubaut
30
Apr

Mit dem Bus wird Münchner Umland S-Bahn Gebiet

Da viele Verbindungen im Münchner Umland sehr kompliziert und zeitraubend sind, hat das bayerische Verkehrsministerium nun ein neues Konzept vorgestellt, mit dem Tangentialen zwischen den einzelnen S-Bahn-Ästen schneller zurückgelegt werden können. Allerdings wird dieses Konzept wohl frühestens in drei Jahren umgesetzt werden.

Ohne Umsteigen und Zeitverlust sollen wichtige Randgebiete Münchens nun durch die neuen Ringbuslinien verbunden werden. Angestoßen wurde das Projekt noch von der damaligen Verkehrsministerin Ilse Aigner (CDU). An der Umsetzung dieses Vorhabens sind das Staatsministerium, der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) und die fünf betroffenen Verbundlandkreise beteiligt. Die Ziele dabei sind es, attraktivere Querverbindungen zu schaffen und somit das Schienennetz zu entlasten. Noch ist die Verteilung der Kosten nicht komplett geklärt, allerdings hat der Freistaat Bayern bereits jetzt acht Millionen Euro für die Umsetzung zugesichert.

Laut dem Landrat des Landkreises München, Christoph Göbel (CSU), liegen die Vorteilte dabei auf der Hand. Denn durch das künftige Angebot müssten die Pendler „nicht mehr durch das Nadelöhr der Münchner Innenstadt“, wodurch Staus schon vor der Stadtgrenze vermieden werden können. Zudem ist die Umsetzung der neuen Buslinien deutlich leichter voranzutreiben als wenn man neue Gleise verlegen müsste. Einziges Manko das dabei noch zu klären wäre ist die Frage, wie sich die Busse im Verkehr durch grüne Wellen und eigene Spuren beschleunigen lassen.