Anbindung der Messe München

19
Mrz

Aktuelle Zahlen: Flughafen und Messe eng verknüpft

Leitmessen aus einer Vielzahl von Branchen und Themengebieten finden in München statt und bringen wirtschaftliche Faktoren ein – die Hotellerie profitiert davon ebenso wie Verkehrsangebote. Aktuelle Studienergebnisse zeigen nun ganz konkret auf, wie groß die Zahl derjenigen Messebesucher ist, die über den Münchner Flughafen anreisen. Dabei wird deutlich: Eine unkomplizierte, leistungsfähige S-Bahn-Verbindung ist dringend notwendig!

 

Statistische Erhebungen des Flughafens München zeigen, dass rund 15 % der Besucher der Messe München im Jahr 2017 mit dem Flugzeug angereist sind. In absoluten Zahlen gerechnet sind so circa 345.000 Personen über den Flughafen München zu einer Messe gekommen. Eine beachtliche Menge, die in den nächsten Jahren sogar noch steigen dürfte.

Durch den kommenden Erdinger Ringschluss gehen wir davon aus, dass sich die Attraktivität der Anreise über Flughafen und S-Bahn in den Großraum München weiter verstärken wird. Mit dem Ringschluss wird Freising über den Flughafen München mit Erding verbunden und so ein S-Bahn-Ring geschaffen.

Diese Entwicklung ist ein zusätzliches Argument für die Stärkung des Schienenverkehrs im Münchner Ost und ganz konkret für den viergleisigen Ausbau zwischen München Ost und Markt Schwaben sowie eine Anbindung der Messe München an die S-Bahn. So können Flaschenhals-Situationen vermieden werden und die Attraktivität des ÖPNV nachhaltig gestärkt werden.

26
Okt

2. Stammstrecke und Ausbau der Bahnstrecke im Münchner Osten gehören untrennbar zusammen

Das S-Bahn-Bündnis Ost begrüßt die Entscheidung, im nächsten Jahr mit dem Bau der zweiten Stammstrecke in München zu beginnen. „Die zweite Stammstrecke ist untrennbar mit dem Ausbau der Bahnstrecke zwischen München-Ost und Markt Schwaben verbunden“, so die Sprecher der Initiative: „Ohne diesen Ausbau wird ansonsten der Engpass in diesem Bereich weiter verschärft.“ 

Für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen München-Ost und Markt Schwaben ist auch der Bund finanziell gefordert. Schließlich ist diese Strecke nicht nur für die regionalen Bahn-Pendler wichtig. Sie ist auch ein bedeutsamer Abschnitt für den transeuropäischen Eisenbahnverkehr. Um die Verantwortung des Bundes zu belegen, stößt das S-Bahn-Bündnis Ost mit der Unterstützung der Obersten Baubehörde im Innenministerium ein Gutachten über diesen Bahn-Engpass an.

Beim jüngsten Treffen der Kerninitiative für das S-Bahn-Bündnis Ost war diese Forderung an den Bund das zentrale Thema. Zu der Initiative, die von der Messe München ins Leben gerufen wurde, gehören auch die Landräte für Ebersberg, Erding und München, die Bürgermeister aus Aschheim, Kirchheim bei München, Markt Schwaben und Poing, die Handwerkskammer sowie die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern an.

„Für den Schienenverkehr ist dieser Abschnitt weit über die Region hinaus sehr wichtig“, erklärt der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß. Er ist neben dem Kirchheimer Bürgermeister Maximilian Böltl und Messechef Klaus Dittrich einer der drei Sprecher des Bündnisses.

Die Fakten: Die Strecke zwischen München-Ost und Markt Schwaben wird 2030 zu durchschnittlich 110 Prozent ausgelastet sein. Das weist der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 aus. Damit ist die Strecke der einzige Abschnitt, dessen Auslastung sich durch die Infrastrukturmaßnahmen des BVWP 2030 nicht verbessert. „Der Ballungsraum München wächst“, erläutert Bürgermeister Maximilian Böltl. „Die Bevölkerungszahl steigt an und es siedeln sich immer mehr Betriebe in und um München an.“ Der Bahnverkehr im Großraum München stößt dadurch bereits jetzt an seine Kapazitätsgrenzen. Entsprechender Lärmschutz ist außerdem für eine steigende Bevölkerungsanzahl unumgänglich. Die Umsetzung solcher Lärmschutzmaßnahmen ist jedoch nur im Rahmen eines Ausbaus realistisch finanzierbar.

Wichtig für eine belastbare Infrastruktur ist auch ein eigener S-Bahnhalt an der Messe München. „Durch den Ausbau können zu den großen Messen und Kongressen der Verkehr auf der Straße und die überfüllten U-Bahnen entlastet werden“, erläutert Klaus Dittrich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe München. Schließlich zählt die Messe München rund zwei Millionen Besucher und mehr als 30.000 Aussteller im Jahr.

Für das S-Bahn-Bündnis Ost steht fest: Der Bund ist in der Pflicht, den Bahnabschnitt auszubauen und die Messe München perspektivisch an das S-Bahnnetz anzuschließen. Schließlich ist der Abschnitt auch für den Güterverkehr der transeuropäischen Magistrale Paris – München – Wien – Budapest bedeutsam. Deshalb strebt das Bündnis eine Finanzierung auch über Bundesmittel an. Dafür spielt das Gutachten eine besondere Rolle. Neben der Analyse des Engpasses wird es Entwicklungsperspektiven aufzeigen und notwendige Infrastrukturmaßnahmen benennen. Die Ergebnisse des Gutachtens legt das Bündnis dem Bund als Entscheidungsgrundlage vor.

Der Ausbau der Bahnstrecke zwischen dem Münchner Osten und Markt Schwaben ist aus mehreren Gründen überregional bedeutsam: Die Ausbaustrecke München – Mühldorf – Freilassing (ABS 38) hat für den Freistaat eine herausragende Bedeutung. Unter anderem, weil sie ein wesentlicher Bestandteil des Entwicklungskonzepts für den Bahnknoten München ist, das die Staatsregierung beschlossen hat. Außerdem ist eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur zwischen Riem und Markt Schwaben auch für eine nachhaltige Verbesserung des Angebots im Personennahverkehr bedeutsam. Nur damit kann der zunehmende Verkehr auf der Strecke zwischen München-Ost und Markt Schwaben einwandfrei abgewickelt werden, nachdem die zweite Stammstrecke in Betrieb genommen wird.

Die Bahnstrecke östlich von Markt Schwaben ist als Teilabschnitt der Ausbaustrecke (ABS 38) bereits Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes: Der Abschnitt von Riem bis Markt Schwaben noch nicht. Das Gutachten zur Situation des Schienenverkehrs im Münchner Osten kann dafür die Basis schaffen. Das Bündnis wird dabei auch vom Freistaat Bayern gestärkt: Er begrüßt das Engagement des S-Bahn-Bündnis Ost für den Ausbau der Schieneninfrastruktur und unterstützt das Gutachten.

16
Mrz

Bundesverkehrswegeplan 2030

Am 16. März 2016 wurde der überarbeitete Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan 2030 veröffentlicht. Viele Infrastrukturprojekte Bayerns fanden darin Eingang – auch die Ausbaustrecke 38 zwischen Mühldorf und Freilassing. Das ist ein erster wichtiger Schritt in Richtung belastbare Infrastruktur der Region München- Und wir begrüßen diese Maßnahmen.

Der Bundesverkehrswegeplan ist Rahmenprogramm und Planungsinstrument der Bundesregierung, um den Verkehr auf Straßen, Schienen und Wasserwegen in ganz Deutschland voranzubringen. Im Rahmen dieses Plans, muss das Bundesministerium für Verkehr und digitale Wirtschaft (BMVI) nachweisen, dass ein erwogenes Projekt gesamtwirtschaftlich sinnvoll und vor allem notwendig ist. Dabei unterscheidet das Ministerium zwischen „vordringlicher Bedarf“ (VB), „vordringlicher Bedarf – Engpassbeseitigung“ (VB-E) und „weiterer Bedarf“ (WB).

Der Bundesverkehrswegeplan wird ca. alle 15 Jahre neujustiert und damit werden Verkehrsprojekte erneut bewertet. Der Freistaat Bayern meldete für die Neujustierung des BVWP 2003 neben anderen Verkehrsprojekten im Land auch die Ausbaustrecke 38  München – Mühldorf – Freilassing (ABS 38) inklusive eines vierspurigen Ausbaus zwischen München-Riem und Markt Schwaben an.

Auch der Bund bestätigte im BVWP, dass die ABS 38 zumindest teilweise einen Engpass darstellt und die Engpasssituation zukünftig verschärft werden wird . Der vierspurige Ausbau zwischen Riem und Markt Schwaben als Teilmaßnahme findet sich dort jedoch noch nicht wieder.

Damit wird ein bereits bestehender Engpass direkt vor den Toren Münchens sogar noch verschärft: Schon heute ist die Strecke der S2 zwischen München Ost und Markt Schwaben an ihrer Kapazitätsgrenze. Überfüllte Bahnhöfe zu Pendlerzeiten und berstend volle U-Bahnen zu Messespitzenzeiten sind die Regel. Alle Möglichkeiten einer weiteren Verdichtung des Schienenverkehrs sind bereits ausgeschöpft.

Obwohl der Bundesverkehrswegeplan eine Engpassbeseitigung zum Ziel hat, gelingt dies genau auf dieser Strecke nicht. Vielmehr noch stellt der Bund nach Durchführung des Plans sogar eine Verschlechterung auf den Gleisen zwischen München Ost und Markt Schwaben fest: Der Mehrverkehr an Güter- und Personenzügen kann über die aktuelle Trassensituation nicht mehr abgewickelt werden. Wir als Bündnis sehen außerdem durch weitere Projekte wie Erdinger Ringschluss und ABS 38 eine weitere Verschärfung dieses Flaschenhalses in den nächsten Jahren auf uns zukommen. Eine überregionale Gefahr für die Schieneninfrastruktur.

Erstmals konnten sich Bürgerinnen und Bürger in der sechswöchigen Konsultationsphase für den Ausbau des Verkehrs einsetzen: Sowohl wir als Bündnis als auch die einzelnen Bündnisteilnehmer in ihrer politischen Funktion haben diesbezüglich Stellung genommen und mit Daten und Fakten die Notwendigkeit eines vierspurigen Ausbaus mit Anbindung der Messe München untermauert.

Nun ist es am Bundeskabinett und am Bundestag die Lage neu zu bewerten und einen zukunftsfähigen Bundesverkehrswegeplan 2030 zu beschließen, der das gesamte Verkehrsnetz in Deutschland belastbar bedarfsgerecht und zukunftsfähig gestaltet. Für einen Streckenausbau und den Messeanschluss sind neben einer Finanzierung über den BVWP alternative Finanzierungsmöglichkeiten denkbar. So ist eine Mischfinanzierung über Bund und Freistaat auch über ein erweitertes Gemeindefinanzierungsgesetz möglich. Das S-Bahn-Bündnis Ost blickt optimistisch nach vorn. Die Unterstützungszusagen von Bayerns Innenminister Herrmann und Bundesverkehrsminister Dobrindt helfen, das Projekt im Rahmen des BVWP oder anderweitig zu verwirklichen.